Vortrag mit Bildern und Karikaturen aus der Presse
Ein stummer Krieg: Karikaturen über die griechische Finanzkrise
von Evangelia Kelperi, Archäologin
Die Medienkritik an der griechischen Politik und Wirtschaft während der Finanzkrise war gleichzeitig auch ein Bilderkrieg!
Im Vortrag wird ein Teil der Karikaturen über die Finanzkrise gezeigt und versucht, die inhaltliche Aussage dieser Bilder zu analysieren. Welche Rolle spielt dabei die Antike?
Interessant in diesem Zusammenhang ist auch die »Antwort« der griechischen Karikaturisten auf diese Bilderattacke.
Denn der Angriff durch Bilder war sehr ansteckend!
Lesung aus dem Buch »Griechenlands Identität«
Die Gründung des griechischen Nationalstaats
von Ulrike Krasberg, Kulturanthropologin
Die griechische nationale Identität wurde stark beeinflusst vom deutschen Humanismus, zur Zeit eines sich entwickelnden bürgerlichen Selbstbewusstseins, das die geistigen und politischen Errungenschaften des antiken Griechenlands als Vorbild nahm, aber auf seine Weise interpretierte.
Die kulturelle Identität des modernen Griechenlands als »Erbin der Antike« beruht auf der Sichtweise der übrigen Europäer auf Griechenland und bezieht sich keineswegs auf tatsächliche griechische Kulturentwicklungen. Seit den 50 Jahren haben griechische Intellektuelle und Literaten immer wieder auf diese Einseitigkeit der offiziellen griechischen Identität hingewiesen und gezeigt, dass tatsächlich eine viel differenziertere kulturelle Vielfalt in Griechenland existiert, die vor allem auf Byzanz und dem Osmanischen Reich beruht.
Einladung zu einer Informations- und Diskussionsveranstaltung
Krisentherapie oder Verschlimmbesserung?
Privatisierung öffentlicher Infrastruktur in Griechenland am Beispiel der Wasserwerke Thessaloniki.
am Fr. den 31.Mai 2019, um 18.30 Uhr im Jugendzentrum Heideplatz Schleiermacherstraße 7 60316 Frankfurt am Main (U4 oder Bus 32 / Höhenstrasse) Einführung: Imke Meyer Moderation: Prof. Dr. Stefan Gaitanides
Imke Meyer, die – in enger Kooperation mit den Akteuren in Thessaloniki – im Raum Frankfurt/RheinMain eine Petition gegen die Privatisierung der öffentlichen Wasserversorgung in Griechenland an die EU-Verantwortlichen maßgeblich mit auf den Weg gebracht hat, berichtet über den Widerstand vor Ort und das Engagement des Netzwerkes „Griechenlandsolidarität“ (https://griechenlandsoli.com/).
Griechische Rembetiko-Musik mit Kostas Antoniadis und Helmut Eisel
Der Bouzouki-Instrumentalist Kostas Antoniadis und der Klezmer-Klarinettist Helmut Eisel treten gemeinsam am 23. März 2019, um 20:00 Uhr, auf der Bühne des Internationalen Theaters Frankfurt auf und zünden ein musikalisches Feuerwerk der Extra-Klasse an.
Zwei Musikrichtungen – zwei Virtuosen! "Rembetiko" ist die griechische Form des Blues. Es ist die städtische Musik Griechenlands, die nach 1922 von griechischen Flüchtlingen aus Kleinasien in den Slums an den Stadträndern von Athen, Piräus und Thessaloniki gespielt wurde. Markos Vamvakaris, Manolis Hiotis und Vassilis Tsitsanis waren einige der wichtigsten Komponisten dieser Musik, die auch berühmten griechischen Komponisten, wie Mikis Theodorakis, Stavros Xarchakos und Manos Hadjidakis entscheidend beeinflusst und inspiriert hat. "Klezmer" ist ursprünglich die Musik der (ost)europäischen, aschkenasischen Juden und wird auf Festen aller Art dargeboten. Klezmer-Musik wurde von allen Kulturen der Welt beeinflusst und hat sie ebenfalls bereichert. Die Klezmer-Musik erfreut sich nun auch in Deutschland eine immer größere Beliebtheit.
Authentisch und innovativ - Rembetiko trifft Klezmer Samstag, den 23. März 2019, um 20:00 Uhr Internationales Theater Frankfurt Hanauer Landstr. 5-7, 60314 Frankfurt am Main
Mit einem Vortrag und mit einem multimedialen Projekt wollen wir Ihre Sinne auf vielfältige Weise ansprechen und anhand unterschiedlicher Momente auf dem Zeitstrahl der Geschichte die Verbindungslinien beider Länder Deutschland und Griechenland deutlich werden lassen.
Beginnend mit einem Vortrag, der die Archäologie in der Zeit um den Zweiten Weltkrieg im Fokus hat, folgt durch Text, Video und musikalischer Begleitung die Auseinandersetzung mit sozialen und gesellschaftlichen Themen, die die Geschichte mittels Kunst als Ausdrucksform für alle greifbar und prägend weitererzählt, um dadurch die Reflexion fortzuführen.
Bedeutende Texte, die von Denkern jener Zeit während der Jahrzehnte über Themen zur Besatzung-Krieg, Migration, Flucht, ökonomische Krise, Neue Migration und konkrete Utopie verfasst wurden, sind Lieder und Musik geworden, die Generationen begleiten und viele Menschen verschiedener Länder prägen.
Musikbegleitung: Vangelis Christidis
Am Sonntag, den 02. Dezember 2018
Veranstaltungsort: Restaurant und Events EXIS Am Ginnheimer Wäldchen 3 60431 Frankfurt am Main
Parkplätze vorhanden U1/U9 und Bus 60 (Römerstadt) und Tram 16 und Bus 34 (Markuskrankenhaus) Beginn: 17:00 Uhr
Zum Projekt:
Erinnerung als Widerstand - Aus der Geschichte für die Gegenwart lernen.
Die Idee, durch Lesen von Liedertexten, Gedichten und Projektion von Videos mit Bild und Gesang zu versuchen, die teilweise problematischen und schmerzhaften Beziehungen zwischen Deutschland und Griechenland zu rekonstruieren und die Perspektiven von gleichwertigen, solidarischen und demokratischen Beziehungen aufzuzeigen, ist anlässlich der Documenta 2018 entstanden und bereits in mehreren deutschen Städten aufgeführt und mit positiver Resonanz aufgenommen worden. Unter dem Motto „Erinnerung als Widerstand“ wollen wir dazu beitragen, eben diese Beziehungen anzunähern und aufzuzeigen. Dafür halten wir es für notwendig, unterdrückten und verdrängten Erfahrungen und Informationen Raum zu geben. Vor allem die Erinnerung an die Gräueltaten des Faschismus und deren Aufarbeitung ist heute umso dringlicher angesichts der politischen Entwicklungen in Europa und weltweit.
Ausgewählte und ins Deutsche übersetzte Erzählungen, Liedertexte und Gedichte werden gelesen und durch Einspielungen von entsprechenden Musik-Videos und begleitender Live-Musik ergänzt. Diese Texte und Lieder lassen sich in vier Themenbereiche unterteilen: I. Die Besatzung Griechenlands, Okkupation, Raub und Vernichtung durch das Naziregime II. Migration und Flucht a. Griechische Migration-Gastarbeiter und b. Flucht und Migration heute III. Abschluss: Krise-Soziale Auswirkungen-Neue Migration-Konkrete Utopie.
Zur Person:
Prof. Dr. Skevos Papaioannou hat Wirtschaft und Politik an der Aristoteles Universität in Thessaloniki und Soziologie in Erlangen-Nürnberg studiert und mit dem Thema „Arbeitszufriedenheit und Gesellschaftsbewusstsein von Gastarbeitern in der Bundesrepublik Deutschland“ promoviert. Er war 30 Jahre Professor für Soziologie - und zuletzt auch Dekan - an der Universität Kreta in Griechenland und seit April 2014 hat er eine Gastprofessur an der Uni Kassel inne.
Neben seiner Professur auf Kreta hat er zeitweise in Athen, Bremen, Göttingen, Kassel, Berlin, Frankfurt a/M., Nürnberg, Wien, Roskilde (Dänemark) und Linköping (Schweden) gelehrt. Er hat mehrere Forschungsprojekte initiiert und sie mit Mitarbeitern durchgeführt. Die „Internationale Sommerschule für Doktoranden in Anogia“, die er ins Leben gerufen hat, findet seit 26 Jahren jedes Jahr statt und fördert den interkulturellen wissenschaftlichen Austausch zwischen den Ländern. Er hat mehrere wissenschaftliche Bücher und Artikel auf Griechisch, Deutsch und Englisch veröffentlicht und unterstützt auch mit aktiver Beteiligung mehrere soziale politische Initiativen. Während seines Aufenthaltes in Deutschland seit 2014 hat er viele Vorträge über „Krise und soziale Auswirkungen in Griechenland“ gehalten.